Diese Seite ist noch im Aufbau! Sie wird derzeit von Biene sowie einigen Forenmitgliedern zusammengestellt - danke an alle,
die sich daran beteiligen! Außerdem haben wir ein Degu-Infoheft zum Download für Euch bereitgestellt!
Diese Seite ersetzt für Neulinge nicht, sich allgemein auf Internetseiten wie z.B. 
degus-online.de umfassend zu informieren.

Themenbereiche: 

1. Haltung & Verhalten
1.1. Verstehen sich meine Degus mit anderen Heimtieren?
1.2. Wie groß sollte der Käfig sein?
1.3. Hilfe, meine Degus streiten!
1.4. Kann ich einen oder mehrere Degus zu meinem (n) alten setzen?
1.5. Ich hätte gerne nur einen Degu? Ist das auch möglich und wird der dann zahmer als mehrere?
1.6. Gitterkäfig oder Terrarium?
1.7. Brauchen meine Degus ein Laufrad?
1.8. Wie nenne ich meine Degus nur? Namensvorschläge
1.9  Mein Degu nagt am Gitter. Ist das normal?

1.10 Welches Streu ist am besten geeignet?
1.11 Kann man Degus draußen halten?
1.12 Tipps zum Käfigbau
1.13 Mein Degu schreit - was hat er nur?

2. Gesundheit
2.1. Kann man Degus kastrieren/sterilisieren? 
2.2. Mein Degu ist blind/hat eine trübe Linse! Woher kommt das?
2.3. Hilfe! Mein Degu humpelt!
2.4. Mein Degu setzt orange bis roten Urin ab! Ist er krank?

2.5. Die Zähne meiner Degus sind gelbe/orange. Was muß ich tun?
2.6  Mein Degu niest. Ist er krank?
2.7  Mein Degu hat kahle Pfoten. Was ist der Grund?
2.8  Mein Degu hat Durchfall. Ist das schlimm?
2.9 Mein Degu hat eine kahle Stelle auf der Schnauze. Woher kommt das?
2.10 Mein Degu kratzt sich häufig. Was soll ich tun?
2.11 Das Auge meines Degu tränt. Muss ich zum Tierarzt?
2.12 Wie erkenne ich einen gesunden Degu?

2.13 Gibt es Krankheiten, die vom Degu auf den Menschen übertragen werden können?

3. Ernährung
3.1. Was gebe ich meinen Degus als Grundfutter?
3.2. Was dürfen meine Degus an frischem Futter fressen?
3.3. Welche Leckerlies sind für Degus geeignet?

3.4 Brauchen Degus tierisches Eiweiß?
3.5 Brauchen Degus Wasser?
3.6 Und was ist besser: Napf oder Tränke?
3.7 Meine Degus trinken nicht! Was soll ich tun?

4. Nachwuchs
4.1 Was spricht gegen Degunachwuchs?
4.2 Kann man Degus kastrieren/sterilisieren?
4.3 Woran erkenne ich, daß mein Deguweibchen trächtig ist?

4.4 Wie lange müssen kleine Degus bei der Mama bleiben?

5. Sonstiges
5.1. Woran erkenne ich das Geschlecht meiner Degus?
5.2. Brauchen meine Degus ein Laufrad? siehe 1.7
5.3. Wie nenne ich meine Degus nur? Namensvorschläge

5.4 Was sind blaue Degus? In welchen Farben gibt es sie noch?
5.5 Meine Degus haben keine Kloecke, sondern pinkeln überall hin. Was kann ich tun?

5.6. Sind Degus für Kinder geeignet?


1. Haltung & Verhalten

1.1.  Verstehen sich meine Degus mit anderen Heimtieren?
Es kann durchaus möglich sein, Degus mit anderen Nagern oder auch Kaninchen gemeinsam laufen zu lassen. Mongolische Rennmäuse oder Goldhamster dulden allerdings auch im Freilauf kaum ein anderes Tier. Wer verschiedenen Tierarten gemeinsam Auslauf gibt, sollte ein besonders wachsames Auge auf die Bande haben. Grundsätzlich hängt gemeinsamer Freilauf von Charakter und Dominanzverhalten der Einzeltiere ab!

Degus mit anderen Nagern oder auch Kaninchen gemeinsam in einem Käfig zu halten, kann nicht empfohlen werden. Zwar klappt es in manchen Fällen, es kann aber ebenso zu bösen Auseinandersetzungen führen. Meist sind die Ernährungsansprüche vollkommen unterschiedlich: Was eine Tierart braucht, kann der anderen unter Umständen sogar schaden. Unterschiede in Verhalten, (Dominanz)Gesten, Kommunikationslauten etc. können zu Missverständnissen führen oder schlicht nicht gedeutet werden- woher soll ein stummes Kaninchen wissen, dass ein wild quietschender Degu genug von ihm hab und sich gleich zur Wehr setzen wird? Überdies bedeutet gemeinsame Haltung für nicht wenige Tiere Stress: Der überwiegend nachtaktive Chinchilla beispielsweise schätzt die aktiven, quirligen Degus tagsüber nicht sonderlich.

Wie Hunde oder Katzen auf Degus reagieren, kann recht unterschiedlich sein. Manche packt sofort der Jagdtrieb, andere versuchen sogar "Freundschaft" aufzubauen. Wie sich umgekehrt die Degus hinsichtlich samtpfotiger oder schwanzwedelnder Hausgenossen verhalten, ist unterschiedlich. Meist kommt es nach gewisser Zeit zur Gewöhnung beider Seiten. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollten allerdings bei aller vorangegangener Ruhe immer beibehalten werden:

Ist die Käfigtür offen, dürfen Hunde und Katzen nicht im Zimmer sein.

Wenn möglich sollte das Deguzimmer bei Abwesenheit des Halters für Hunde und Katzen tabu sein.

Katzen müssen daran gehindert werden, auf den Käfig zu springen; Pfoten dürfen nicht durchs Gitter passen. Des weiteren darf er für Hunde und Katzen nicht von allen Seiten zugänglich sein: Die Degus brauchen Rückzugsmöglichkeiten, in denen sie sich völlig sicher und ungestört fühlen können!

Der Degukäfig muss völlig ein- und ausbruchsicher sein!

Vor Vögeln können Degus anfangs leicht erschrecken, sobald diese auffliegen oder schrille Geräusche von sich geben. Frechere Vögel ziehen unter Umständen auch ganz gerne mal an den Ohren oder dem Schwanz eines Degus.

1.2. Wie groß sollte der Käfig sein?
siehe http://www.degus-online.de/phpbb/viewtopic.php?t=20629

1.3.  Hilfe, meine Degus streiten!
Leider leben nicht alle Degus immer friedlich zusammen. Selbst wenn man als Halter die Rangordnung in friedlichen, harmonischen Gruppen nicht unbedingt bemerkt/durchschaut- es gibt sie dennoch und sie muss in jedem Fall geklärt werden. Oft geschieht dieses spielerisch über Ring- und Boxkämpfe. Manchmal allerdings bekämpfen sich die Degus richtig, dann fliegen schon mal die Fetzen bzw. die Tiere als quietschendes, ineinander verschlungenes Knäuel durch den Käfig. Als Halter sollte man, so schwer es auch fällt, bei diesen Kämpfen nicht sofort dazwischengehen, solange es keine wirklich schlimmen Verletzungen gibt. Kleinere blutige Wunden gehören da schonmal dazu (z.B. Kratzer an der Schnauze, eingerissene Ohren). In den meisten Fällen steht aber irgendwann der Sieger fest und schon herrscht wieder Frieden im Degukäfig.

Falls die Streitereien zu heftig werden, sprich ein Tier ernsthaft verletzt wird (z.B. Augenverletzungen, tiefe Bisswunden an Rücken, Bauch, Flanken), muss getrennt werden; ebenso, wenn das unterlegene Tier auffällig teilnahmslos wird (Apathie), Futter und Wasser verweigert bzw. vom Überlegenen am fressen und trinken gehindert wird oder sich zusätzlich auffällig kühl anfühlt (à Schock, Kreislaufversagen). Nie mit bloßen Händen zwischen streitende Degus gehen! Dies lässt sich am besten bewerkstelligen, indem man ein Handtuch über die Streithähne wirft. Am besten Lederhandschuhe anziehen!

Über die Käfigwechselmethode kann versucht werden, zerstrittene Degus wieder zu versöhnen. Dies bedeutet, die Degus getrennt zu halten (am besten mit Sicht- und Geruchskontakt, Stichwort: Trenngitter) und die Reviere möglichst oft zu wechseln, so dass keiner ein Revier nur für sich beansprucht und der Geruch des anderen immer präsent ist. Der Badesand wird in dieser Zeit nicht ausgetauscht- er darf ruhig etwas müffeln und ordentlich nach den Tieren riechen. Es empfiehlt sich zudem, das Ausmisten und Säubern des Käfigs bei Gruppen mit Rangordnungsstreitigkeiten sehr vorsichtig vorzunehmen, um nicht zu viele Duftmarken zu entfernen. Am besten etappen- bzw. etagenweise über mehrere Tage verteilt säubern!
Falls auch so keine Erfolge erzielt werden, hilft manchmal nur noch die Trennung auf Dauer. Auch Degus mögen sich manchmal einfach nicht mehr und wollen definitiv nicht mehr zusammen leben. Im Notfall müssen also die Streithähne jeweils mit anderen Degus vergesellschaftet werden.


1.4.  Kann ich einen oder mehrere Degus zu meinem (n) alten setzen?

Es ist durchaus möglich, fremde Degus aneinander zu gewöhnen. Eine Garantie für erfolgreiche Vergesellschaftungen gibt es natürlich nicht, aber wenigstens ein paar Tips, die die Chancen auf Erfolg größer machen.
Am besten den Käfig vorher gründlich reinigen. Den Badesand der "alten" Degus etwas länger nicht wechseln, so dass er relativ intensiv riecht. Die "neuen" Degus kann man dann damit einreiben, so riechen die Degus schon fast wie aus einer Familie.
Man kann die Degus erstmal durch ein Gitter hindurch Kontakt aufnehmen lassen und beobachten, wie sie reagieren. Optimal ist ein gemeinsamer Freilauf für die erste Begegnung, bei scheueren Degus ist aber auch der normale Käfig ok. Bei eventuellen Kämpfen nicht gleich einschreiten, das gehört dazu! Erst wenn es nach gefährlichen Verletzungen aussieht, muss eingegriffen werden.

Nicht wundern, wenn die Degus nicht gleich kuscheln, jeder für sich döst, sie den direkten Kontakt eher zu meiden scheinen und sich "komisch" verhalten: Dazu kann gehören: Schrilles Piepsen, auf den Kopf pieseln (ehrlich!) oder auch häufiges Besteigen.
Ob lieber junge oder alte Degus vergesellschaftet werden sollen, sieht jeder anders. Ich persönlich habe gute Erfahrung mit der Vergesellschaftung von ausgewachsenen mit sehr jungen Degus gemacht. Dann ist die Rangordnung zu Beginn schnell klar. Wenn die Kleinen dann größer werden, haben sich die Degus schon zu einer Familie zusammen gefunden.
Natürlich kann es aber immer, auch nach Jahren, zu Streitereien kommen.

Mehr über die Zusammengewöhnung auch unter www.degus-online.de/zus.htm

1.5. Ich hätte gerne nur einen Degu? Ist das auch möglich und wird der dann zahmer?
"Ein Degu ist kein Degu." Dieser Satz sagt wohl alles aus. Degus sind sehr soziale Tiere, für die ihre Partner unheimlich wichtig sind. Dabei ist es egal, ob Männchen oder Weibchen zusammenleben. Ein Degu alleine fühlt sich nicht wohl, manche zeigen sogar mit der Zeit Verhaltensstörungen. Wahren Tierfreunden stellt sich daher die Frage wegen der Zahmheit gar nicht mehr.

1.6. Gitterkäfig oder Terrarium?
Terrarium Vorteile: Es fällt nicht so viel Streu und Sand heraus und die Degus können nicht so viel Lärm machen.

Terrarium Nachteile: An vielen Terrarien sind Plastikteile die von den Degus angenagt werden. Terrarien kann man nicht so gut einrichten, weil man man den glatten Wänden nur schwer etwas befestigen kann. Das Anbringen einer Wasserflasche ist schwer möglich. Tiere sind irgendwie "weggeschlossen". Im Sommer kann sich die Luft im Terrarium stauen. Terrarien sind zudem meist recht teuer. 

Käfig Nachteil: Handelsübliche Käfige haben meinst eine Plastikwanne, diese sind jedoch für Degus ungeeignet, da sie in kürzester Zeit zernagt werden. Bei selbst gebauten Käfigen muss alles Holz, welches für die Degus zugänglich ist, mit Aluschienen verkleidet werden. Meist sind die Degus in Käfigen lauter als in Terrarien (Gitternagen!)

Käfig Vorteil: Käfige kann man abwechslungsreicher gestalten und gut einrichten. Die Wasserflasche meist gut angebracht werden. Käfige können viel grösser gebaut werden als ein Terrarium. 
Eine Käfiggalerie findet Ihr unter "Interaktiv" auf www.degus-online.de

1.7. Brauchen meine Degus ein Laufrad?
Die Ansichten zum Thema Laufräder gehen auseinander. Klar ist, dass Degus einen starken Bewegungsdrang haben, den sie in einem kleinen Käfig, vielleicht auch noch ohne regelmäßigen Auslauf, nur schlecht abreagieren können. Das Laufrad kann da eine Notlösung sein. Einige Tiere neigen jedoch dazu, stundenlang im Rad zu laufen ("Stereotypen"), besonders dann sollte man das Rad nur zeitweilig in den Käfig stellen.

Beim Kauf ist das Wachstum der Tiere zu beachten, dass es mindestens einen Durchmesser von 30 cm haben sollte. Kleinere Laufräder belasten die Wirbelsäule. Es darf wegen der Nagewut der Degus nicht aus Kunststoff oder Holz sein.

Die käuflichen Metall-Laufräder haben oft gefährliche Quetschstellen zwischen Ständer und den Querstreben im Rad. Deshalb sollte man ein solches Rad auf einen anderen Ständer montieren oder mit dem Ständer nach oben an einen Zwischenboden schrauben. Am besten achtet man aber natürlich bereits im Laden darauf, ein Laufrad ohne Schereneffekt zu kaufen: Der Metallständer darf nur auf einer Seite verlaufen und das Rad muss auf dieser Seite geschlossen sein.

Es gibt Laufräder mit Stoffbändern die verhindern sollten, dass die Tiere mit ihren Füßchen durch die einzelnen Streben rutschen. Bei Degus haben diese Bänder allerdings eine geringe Lebenserwartung. Als Ersatz kann man z.B. Geschirrtücher, Jeansstoff oder textile Bänder aus dem Baumarkt einnähen. Alle Bänder verschmutzen mit der zeit allerdings auch stark, sodass man sie sowieso von Zeit zu Zeit wechseln muss.

Befindet sich Degunachwuchs mit im Käfig, sollte das Rad wegen Verletzungsgefahr für die Kleinen entfernt werden. Degukinder werden sehr schnell aktiv und neugierig; schneller als man denkt erkunden sie den Käfig. Laufen erwachsene Tiere im Rad und gesellt sich ein Junges dazu, kann dieses durch sein geringes Gewicht herausgeschleudert werden und sich schwer verletzen. Todesfälle sind auf diese Weise bereits passiert! Auch bei erwachsenen Tieren gibt es eine gewisse Verletzungsgefahr, wobei selten etwas passiert- am häufigsten sind Schwanzverletzungen, blutende Nasen und Verstauchungen/ Brüche zu nennen.

Ältere Tiere, die kein Laufrad gewöhnt sind, nehmen es manchmal nicht an. Selbst dann nicht, wenn sie andere Tiere darin laufen sehen.

Eine Umfrage unter Deguhaltern ergab, dass die Befürworter der Laufräder vorne liegen. Wer kein Laufrad anbietet, muss in jedem Fall für viel sonstige Abwechslung und Bewegungsmöglichkeiten sorgen.

1.9 Mein Degu nagt am Gitter. Ist das normal?
Ja, das machen die meisten Degus, die in Gitterkäfigen leben. Degus sind sehr neugierig und wollen ihr Revier immer weiter ausweiten. Sie wissen nicht, dass sie sich durch Metall nicht durchnagen können. Machen sie das nur ab und zu, muss man sich keine Sorgen machen. Machen die Tiere jedoch nichts anderes mehr, nagen sie stundenlang und sind sie durch nichts davon abzubringen, ist es wahrscheinlich, dass eine Verhaltensstörung vorliegt. Meist liegt das Problem bei einem zu kleinen, langweilig eingerichteten Käfig. Ein größeres Deguheim mit vielen Ebenen, Kletter-, Nage- und Versteckmöglichkeiten schafft hier Abhilfe!

1.10 Welches Streu ist am besten geeignet?
Die meisten Halter verwenden handelsübliche, gepresste Holzspäne, wobei darauf zu achten ist, dass die Einstreu nicht übermäßig staubt. Als Überstreu kann man Stroh oder Heu benutzen.

Die Meinungen über Pellets gehen auseinander- manche befürchten, dass sie auch angefressen werden und im Magen gefährlich aufquellen können. Katzenstreu ist nicht für den Degukäfig geeignet, Klumpstreu kann für die Tiere sogar tödlich sein! Außerdem setzen Degus nicht so viel Urin ab, dass es nötig wäre. Wer möchte, kann als Unterlage für Einstreu und als Abdeckung für Etagen ohne Einstreu Zeitungspapier benutzen (kein Hochglanzpapier!); Druckerschwärze ist ungiftig. Sonstige Alternativen sind Hanf- oder Leinenstreu, welche beide staubarm und besonders für Allergiker gut geeignet sind.

Bitte keine Zitrusstreu oder sonstige parfümierte Sorten benutzen!

1.11 Kann man Degus draußen halten?
In Zoos werden Degus zwar manchmal in Außengehegen gehalten, trotzdem ist die Außenhaltung für den Heimtierhalter nicht zu empfehlen.
Das Klima ihrer Herkunftsgebiete (Nord- und Mittelchile) reicht von heiß bis mediterran und ist keineswegs mit den mitteleuropäischen Verhältnissen vergleichbar. In der freien Wildbahn graben sich die Tiere Erdhöhlen, wo sie vor extremer Hitze oder Kälte geschützt sind; zudem legen sie Wintervorräte an und wärmen sich in Gruppen gegenseitig. In der Käfighaltung sind ihnen diese Möglichkeiten natürlich nicht oder nur eingeschränkt gegeben, deshalb gehören Käfigdegus besser in die Wohnung. Temperaturen über 30 Grad ohne kühle Rückzugsmöglichkeiten können für die Tiere lebensbedrohlich werden (Tod durch Hitzschlag), ebenso Kälte, Zugluft und Feuchtigkeit (Erkältungen, Infekte der Atemwege bis zur Lungenentzündung).

Es gibt mittlerweile einige Versuche der Außenhaltung, die alle eines gemeinsam haben: Sie waren/sind kosten- und arbeitsintensiv. Die ganzjährige Außenhaltung verlangt viel Wissen und Kenntnisse seitens des Halters- einem Deguneuling ist dies also von vorne herein nicht zu empfehlen, er kennt weder die Tiere richtig noch kann er eventuelle Krankheitszeichen früh genug deuten.

Ein Freigehege für den Sommer, wie es für Kaninchen und Meerschweinchen üblich ist, ist für Degus nicht zu empfehlen. Ist es oben offen, entkommen die Tiere rasch und sind zudem Fressfeinden schutzlos ausgesetzt. Außerdem bedeutet ein Aufenthalt im Garten für viele Degus mehr Stress als Freude, die ungewohnte Menge an Gras und Wildkräutern kann Verdauungsstörungen auslösen oder- wenn sich Giftpflanzen auf der Wiese befinden- zu Vergiftungen und zum Tode führen. Gestresste Tiere sind zudem anfälliger für Hitzschlag, der oft tödlich endet.

1.12 Tipps zum Käfigbau
Einige wichtige Grundhinweise zum Käfigbau hat davX unter http://www.octodons.ch/de/kaefigbau/kaefigbautipps.php zusammengetragen. Unter http://www.degus-online.de/kaefiganleitung.htm und auch http://www.degus-online.de/kaefiganleitung2.htm findet Ihr Anleitungen zu Degukäfigen!

1.13 Mein Degu schreit - was hat er nur?

Wenn es sich um rhythmisch ausgestoßene schrille Laute handelt, die der Degu über mehrere Minuten hinweg ausstößt, sich aber ansonsten normal verhält, dann gibt es im Regelfall keinen Grund zur Besorgnis. Die Laute sind eine Art Unmutsäußerung, die mit dem Sexualtrieb, aber auch evtl. mit anderen Dingen wie schlechten Träumen etc. zusammen
können. So richtig kennt niemand die Ursache dafür, es ist aber auf jeden Fall nichts Schlimmes, solange sich der Degu normal verhält. Ein weiteres Indiz dafür, dass es sich um diese Unmutsäußerung handelt, ist dass die anderen Degus von den Geräuschen völlig unbeeindruckt bleiben.


2. Gesundheit

Achtung: Unter http://www.degus-online.de/krankh_uebersicht.htm ist eine Übersichtstabelle zu Erkrankungen zu finden.

2.1. Kann man Degus kastrieren/sterilisieren?
siehe http://www.degus-online.de/kastration.htm

2.2. Mein Degu ist blind/hat eine trübe Linse! Woher kommt das?
Die Linsentrübung
(grauer Star/Katarakt -> Foto) kann nach aktuellem Wissensstand durch Diabetes verursacht werden. Gemäß A. Ewrigmann/B Glöckner ("Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu") gibt es zudem den sogenannten osmotischen Katarakt. Dieser Katarakt (= Linsentrübung) kann auch bei normalen oder nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten auftreten. Als Begründung wird ein auffallend hoher Aldose-Reduktase-Gehalt (Aldosereduktase ist ein Enzym, welches u.a. im Linsenepithel zu finden ist) der Linse angegeben, welcher für einen außergewöhnlich schnellen Stoffwechsel von Glucose und Galatose in osmotisch wirksame Polyole verantwortlich ist. Sowohl beim diabetogenen als auch beim osmotischen Katarakt entsteht durch die Folgen die Linsentrübung.
Man geht derzeit davon aus, dass Degus, die tatsächlich an Diabetes leiden, keine hohe Lebenserwartung haben. Jene, die "nur" die Linsentrübung haben, können jedoch ein hohes Alter erreichen.

Degus kommen damit nach kurzer Zeit meist recht gut zurecht. Sie können normalerweise trotz der Trübung noch Schatten erkennen und sich mithilfe ihrer anderen Sinne so auch zurecht finden. Besonders anfangs sollte man vermeiden, den Käfig umzugestalten; es sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht tief oder auf Ecken und Spitzen fallen können (notfalls mit Hängematten aus Geschirrtüchern o.Ä. absichern). Es gibt keine bekannte Behandlungsmethode bei erkrankten Degus.

Es kann auch andere Gründe für eine Trübung der Linsen geben, Verletzungen o.ä. kann ggf. ein Tierarzt ausschließen!

2.3. Hilfe! Mein Degu humpelt!
Solange keine offene Wunde erkennbar ist, handelt es sich oft um eine "einfache" Verstauchung, seltener um einen Knochenbruch, Bänderriß o.ä. Ursache könnte beispielsweise ein Sturz vom 2. Käfigstockwerk sein. Es ist sinnvoll einen Tierarzt aufzusuchen, um die genaue Verletzung zu kennen. Ein Verband o.ä. macht normalerweise keinen Sinn, da die Tiere ihn schnell abknabbern. Evtl. ist mehr Ruhe (z.B. durch Entfernung von Klettermöglichkeiten) angebracht, weiterhin wird evtl. geraten, für gute Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu sorgen, um den Heilungsprozess zu begünstigen. Weiteres entscheidet je nach Fall ebenfalls der Tierarzt.

2.4. Mein Degu setzt orange bis roten Urin ab! Ist er krank?
Wenn der Degu keine Probleme beim Urin absetzen hat oder keine anderen Auffälligkeiten zeigt, kann man davon ausgehen, dass er gesund ist. Sicherheitshalber sollte man es aber über ein paar Tage hinweg beobachten. Füttert man den Degus Karotten, Rote Beete oder ähnliches kann der Urin dadurch orange bis rot gefärbt sein. Dies dürfte die Hauptursache für die Verfärbungen sind, jedoch können auch Erkrankungen die Ursache sein. Daher sollte man bei andauernden Verfärbungen oder bei sonstigen Auffälligkeiten (verändertes Fressverhalten, scheinbar Schmerzen beim Absetzen von Urin o.ä.) in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen! 

2.5. Die Zähne meiner Degus sind gelb/orange! Was muss ich tun?
Das ist völlig normal, es besteht kein Grund zur Sorge. Degubabies werden mit weißen Zähnen geboren. Wachsen sie heran, bildet sich nach und nach die Färbung der Schneidezähne aus. Die Farbe kann dabei von Gelb bis zu Dunkelorange variieren. Hat ein erwachsener Degu rein weiße Zähne, deutet dies auf einen Mineralstoffmangel hin!

2.6 Mein Degu niest. Ist er krank?
Niesen kann bei Degus verschiedene Ursachen haben: Niesen die Tiere nur sporadisch und zeigen sie sonst keine Krankheitssymptome, liegt es meist an Staub durch die Einstreu beziehungsweise am Heu. Hier muss man sich keine Sorgen machen, das Tier ist gesund.

Tritt das Niesen vermehrt auf oder ist der Degu zusätzlich apathisch, frisst wenig, hat tränende Augen und/oder Nasenausfluss ist schnelles Handeln gefragt! Das Tier leidet höchstwahrscheinlich an einem Infekt der Atemwege („Schupfen“) und muss schnellstens von einem Tierarzt behandelt werden.

2.7 Mein Degu hat kahle Pfoten. Was ist der Grund?
Dieses Phänomen zeigt sich bei vielen Degus und die Ursache ist bisher noch nicht vollkommen geklärt. Wir gehen derzeit davon aus, dass die meisten betroffenen Degus das Fell selbst abknabbern. Stört es den Degu nicht, muss man sich keine Sorgen machen. Ist die Haut jedoch gerötet, juckt, schuppt oder sieht sonst wie verändert aus, kann auch eine Hauterkrankung vorliegen (z.B. Pilzbefall). Der Gang zum Tierarzt ist dann unumgänglich.
Achtung: Die Hautfarbe der Degus kann von rosa bis dunkelbraun variieren. Dunkle Haut ist also kein Zeichen einer Erkrankung, sondern an sich völlig normal.

2.8 Mein Degu hat Durchfall. Ist das schlimm?
Ja! Durchfall ist immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt und sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Sind die Köttel lediglich weicher als sonst, kann man versuchen durch die Gabe von verdünntem Fenchel- oder Schwarztee (statt dem Trinkwasser) das Problem in den Griff zu kriegen. Zusätzlich sollte man jegliches Frisch- und Trockenfutter aus dem Käfig entfernen und bis zur Besserung ausschließlich Heu füttern. Dauert der Durchfall trotzdem an oder hat der Degu besonders schlimmen Durchfall, muss das Tier unverzüglich von einem Tierarzt behandelt werden! Durchfall schwächt den Körper und führt rasch zu Austrocknung.
Um Durchfall vorzubeugen, gilt: Keine plötzlichen Futterumstellungen, Gemüse immer waschen und vor dem Füttern völlig abtrocknen lassen, Frischfutter immer nur in kleinen Mengen (bei Tieren die daran gewöhnt sind, sind auch größere Mengen möglich, es muss jedoch eine langsame Heranführung an eine solche Fütterung erfolgen) und nie direkt aus dem Kühlschrank füttern.

2.9 Mein Degu hat eine kahle Stelle auf der Schnauze. Woher kommt das?
Viele Degus verlieren an dieser Stelle Haare durch häufiges Gitternagen. Ist die Haut gerötet, juckt, schuppt oder sieht sonst wie verändert aus, kann auch eine Hauterkrankung vorliegen (z.B. Pilzbefall). Diese muss auf alle Fälle von einem Tierarzt behandelt werden.
Achtung: Die Hautfarbe der Degus kann von rosa bis dunkelbraun variieren. Dunkle Haut ist also kein Zeichen einer Erkrankung, sondern an sich völlig normal.

2.10 Mein Degu kratzt sich häufig. Was soll ich tun?
Degus kratzen sich immer wieder und das ist auch normal, es hat nichts mit einer Hauterkrankung oder Parasiten zu tun. Man kann das Kratzen z.B. nach einem Sandbad beobachten. Macht das Kratzen jedoch einen zwanghaften Eindruck, kratzt sich das Tier häufig an einer einzigen Stelle oder treten kahle Flecken auf, deutet dies darauf hin dass etwas nicht stimmt. Ist die Haut zusätzlich gerötet, schuppt oder nässt, ist dies ein ganz deutliches Krankheitszeichen.  Der Tierarzt kann in so einem Fall feststellen, was dem Tier fehlt. Von Hauterkrankungen (z.B. Pilzbefall) über Parasiten wie Flöhe, Milben oder Läuse ist alles möglich.

2.11 Das Auge meines Degu tränt. Muss ich zum Tierarzt?
Manchmal geraten Staub oder Sand ins Deguauge, und dieses reagiert darauf genau wie ein Menschenauge: Es tränt und versucht so, den Schmutz auszuwaschen. Es kann sich ein farbloses bis weißlich gefärbtes Sekret bilden, das jedoch im Normalfall bald wieder verschwindet. Tritt es einmalig auf, bleibt das Auge klar und geht es dem Tier ansonsten gut, ist kein Grund zur Sorge gegeben. Tränt das Auge jedoch über mehrere Tage, hält es das Tier stets halb geschlossen, verfärbt sich das Sekret oder kommen andere Symptome wie Apathie, Fressunlust oder Nasenausfluss hinzu, muss unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden!

2.12 Wie erkenne ich einen gesunden Degu?
Gesunde Degus sind aktiv und neugierig, haben glänzendes Fell, klare Augen und machen alles in allem einen zufriedenen Eindruck. Interessiert sich ein Tier nicht für seine Umwelt, verweigert es Futter, leidet es an Durchfall (evtl. verklebter After), sieht es struppig und mager aus stimmt sehr wahrscheinlich etwas mit ihm nicht.
Achtung! Degus dösen gerne, dabei plustern sie ihr Fell auch schon mal auf und sehen dann wie kleine flauschige Teddybärchen aus. Dies ist nicht zwingend ein Krankheitszeichen.

2.13 Gibt es Krankheiten, die vom Degu auf den Menschen übertragen werden können?
Folgende Aufstellung übernehmen wir mit freundlicher Genehmigung von Ramon - vielen Dank!

- Die häufigste 'Erkrankung' die vom Degu auf den Mensch übertragen wird, ist sicher die 'Blutvergiftung' (Sepsis). Durch Degubisse können Bakterien tief in eine Wunde geimpft werden, was schlimmstenfalls zu einer Streuung der Bakterien im Körper führen kann und eine Notfallsituation darstellt (Notarzt!)
- Hautpilze (Malassezie, Trichophytie): Pilzerkrankungen sind Artunabhängig und meist sehr aggressiv. Müssen bei jeder Tierart stark behandelt werden.
- Parasiten: Milben, Flöhe, Darmparasiten (ev. Giardia)
- über virale Erkrankungen ist nicht viel bekannt!

Anzeichen einer Blutvergiftung: (Alarmzeichen)
- starkes Pulsieren der Bisstelle und umgebendes Gewebe
- Bissstelle warm und schmerzhaft
- ev. starke Rötung und rote Streifenbildung (in Richtung Herz)
- Fieber (Über- oder Untertemperatur)
- Schüttelfröste
- Ohnmachtsanfälle
- Verwirrtheit
- Übelkeit
- Erbrechen
- bleiches Gesicht, bleiche Haut (Schock)
- Herzrasen
- evtl. verstärktes Atmen oder Kurzatmigkeit
- Durchfall

Natürlich müssen nicht alle Anzeichen auftreten... das ist individuell unterschiedlich!

Hier noch eine Ergänzung von Biene:

Alle oben genannten Erkrankungen können auch durch andere Tiere übertragen werden. Degus stellen in dieser Hinsicht also kein höheres Übertragungsrisiko dar. Besondere, nur durch Degus übertragbare Erkrankungen sind bisher nicht bekannt.

Um einen Degubiss zu vermeiden, sollte man keinesfalls mit bloßer Hand zwischen kämpfende Degus gehen. Die meisten Halter fangen sich Bissverletzungen genau in diesem Fall ein, da die Tiere zu sehr in Rage sind. Auch bei sehr ängstlichen Tieren oder Degus mit Schmerzen sollte man vorsichtig sein, da diese Situationen möglicherweise zu einem Biss führen können. Bitte immer daran denken, die Tetanus-Impfung aufzufrischen, die ja nicht nur in so einem Fall schützen kann!


3. Ernährung

3.1. Was gebe ich meinen Degus als Grundfutter?
Degus sind an karge Ernährung angepasst und sollten natürlich auch als Heimtiere möglichst artgerecht Ernährt werden. Entgegen einer immer wieder auftauchenden Meinung wissen Degus nicht von selbst, was gut für sie ist! Grundnahrungsmittel ist Heu, Heu, Heu- alles andere ist Zusatzfutter! Deshalb sollte besonders auf gutes, qualitativ hochwertiges Heu geachtet werden. Dieses sollte den Degus ständig zur Verfügung stehen, muss frisch riechen, nicht sehr staubig gelb oder "grau" sondern sattgrün sein und muss trocken gelagert werden.

Von manchen fertig gemischten Futtermitteln, die laut Aufdruck speziell für Degus sind, ist abzuraten. Oft sind nicht geeignete Inhaltsstoffe wie Zucker (in Früchten oder z.B. Honig, Melasse, Apfel) oder einfach zu viele energiereiche Zutaten wie Sonnenblumenkerne enthalten.

Viele Deguhalter mischen deshalb das Grundfutter selbst, siehe http://www.degus-online.de/ern.htm

3.2 Was dürfen meine Degus an frischem Futter fressen?
Degus sollten aufgrund ihrer Veranlagung zu Diabetes möglichst zuckerarm ernährt werden. Daher scheidet Obst als regelmäßiges Futter aus. Nur sehr selten kann man mal ein kleines Stück geben. Lieber greift man jedoch auf Gemüse, Kräuter oder auch mal frische Äste mit Blättern (z.B. von Weide, Hasel, Birke, Linde, Apfelbaum) zurück. So können beispielsweise Karotten (auch mit Laub), Chicoree, Paprika, Kohlrabigrün (verstärkt allerdings bei allen Tieren den Uringeruch) und ungespritzte Salate gegeben werden. Eine kleine Liste mit Giftpflanzen findet Ihr unter http://www.degus-online.de/giftig.htm.

3.3  Welche Leckerlis sind für Degus geeignet?
Degus sind oft richtige Gourmets und jedes Tier hat seine individuellen Vorlieben. Ein wenig probieren ist oft nötig.

Süße Leckereien (z.B. Rosinen, Trockenobst und Nagerdrops) und Nüsse werden oft gierig angenommen, von ihnen ist aufgrund ihres hohen Zucker- bzw. Fettgehaltes jedoch abzuraten. Einzelne Nüsse sollten allerhöchstens alle 1-2 Wochen gegeben werden, besser seltener- es sei denn, das Tier soll ausdrücklich an Gewicht zulegen (z.B. nach Krankheit, bei Zahnproblemen...). Leckereien zum Päppeln sind außerdem Sonnenblumenkerne und Haferflocken.

Viele Degus nehmen folgende Leckereien besonders gerne:
- getrocknete Gemüse (Erbsenflocken, Karotten)
- Löwenzahn, Katzengras (ist besonders im Winter geliebt)
Der ganz große Renner sind bei den meisten Degus Erbsenflocken. Man kann aber auch Trockenerbsen füttern. Unheimlich beliebt ist zudem auch Kolbenhirse.

Aus fertigen Futtermischungen sollten die größeren Leckerli aussortiert und separat aus der Hand gegeben werden.

Tabu sind natürlich "menschliche" Knabbersachen wie Flips, Chips o.ä.

3.4 Brauchen Degus tierisches Eiweiß?
Nein, Degus brauchen kein tierisches Eiweiß. Aus Quellen geht hervor, dass sich Degus in freier Wildbahn fast ausschließlich pflanzlich ernähren. Schaden tut es ihnen also auch nicht. Man kann ab und zu Büffelhaut für Hunde oder zuckerfreie Hundekaustangen anbieten, dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.

3.5 Brauchen Degus Wasser?
Ja, Degus muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen! Zwar kommen Degus aus eher wasserarmen Gebieten und trinken dort entsprechend wenig, in der Heimtierhaltung jedoch hat sich gezeigt dass Degus gerne und auch relativ viel (für ihre Verhältnisse) trinken.
Bekommen die Tiere viel Frischfutter, kann es sein dass sie wenig bis gar nichts trinken, trotzdem sollte man stets Wasser für sie bereitstellen. Diabeteskranke Tiere haben z.B. einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf, und man weiß im Endeffekt nie, ob man nicht ein bereits erkranktes Tier zu Hause hat. Die meisten Halter erkennen die Erkrankung nämlich erst mit Eintreten des Grauen Star (Linsentrübung). In diesem Stadium ist die Krankheit schon länger ausgebrochen.

3.6 Und was ist besser: Napf oder Tränke?
Beides ist möglich! Ein Napf sollte erhöht aufgestellt werden (z.B. auf einem umgedrehten Blumentopf), damit er nicht allzu stark von Einstreu verunreinigt werden kann. Das Wasser muss täglich gewechselt und der Napf heiß ausgespült werden. Hat man Degubabies im Käfig ist darauf zu achten, dass sie nicht in den Napf fallen und ertrinken können.
Tränken sollten mindestens alle 2-3 Tage frisch befüllt und häufig heiß ausgespült werden. Außerdem empfiehlt es sich, sie bei Auftreten eines Belages (oder bereits vorsorglich) zu wechseln.

3.7 Meine Degus trinken nicht! Was soll ich tun?
Hast du die Tränke überprüft, funktioniert sie einwandfrei? Je nachdem, was du bereits hast, versuch es doch auch einmal mit einem Wassernapf oder einer Tränke.
Bist du sicher, dass die Tiere überhaupt nicht trinken? Manche Tiere trinken sehr wenig und nicht unbedingt im Beisein vom Halter.
Solltest du wirklich Tiere haben, die Wasser verschmähen, gib ihnen täglich ausreichend Frischfutter und achte darauf, dass jeder seinen Teil abbekommt. Stelle ihnen trotzdem ab und zu Wasser zur Verfügung, vielleicht überlegen sie es sich ja anders ;-) Oder sie haben aus gesundheitlichen Gründen plötzlich erhöhten Flüssigkeitsbedarf (z.B. bei Diabetes).
 


4. Nachwuchs

4.1. Was spricht gegen Degunachwuchs?
Degunachwuchs ist - wie eigentlich jeder Tiernachwuchs - unheimlich süß und das Familienverhalten auch faszinierend zu beobachten. Leicht kommt so in einem Deguhalter der Wunsch auf, selbst auch mal Degubabies aufwachsen zu sehen. Allerdings sollte man bedenken, daß inzwischen leider immer häufiger Degus in Tierheimen landen und auch die Vermittlung von privatem Nachwuchs in manchen Gegenden recht schwierig ist. Was passiert also, wenn Ihr keine Abnehmer für die Jungtiere findet? Habt Ihr genug Platz, evtl. auch zwei oder gar mehr Käfige für die Geschlechtertrennung aufzustellen? Hier sollte man möglichst seine persönlichen Wünsche zugunsten der Degus in Tierheimen o.ä. zurückstellen. 

Noch mehr zum Thema Notfalldegus: http://dp.re4.ch/ratgeber/seiten/seitegc.html

4.2. Kann man Degus kastrieren/sterilisieren?
http://www.degus-online.de/kastration.htm

4.3. Woran erkenne ich, daß mein Deguweibchen trächtig ist?
Vor allem in der letzten Phase der Schwangerschaft kann das Weibchen an Umfang und Gewicht zunehmen. Regelmäßige Gewichtskontrollen bei einem Verdacht bestätigen meist eine ständige Zunahme an Gewicht. Die Weibchen nehmen besonders hinten (an den Flanken) auch sichtbar zu. Dies kommt besonders bei einer größeren Anzahl an Babys vor. Übermäßig viel trinken kann zudem ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Man sollte auf alle Fälle nachrechnen, ob es sein kann dass das Weibchen trächtig ist (wann war der letzte Kontakt zum Männchen?). Manche Weibchen bauen auch vermehrt an ihrem Nest, andere verhalten sich hier jedoch vollkommen normal. 

4.4 Wie lange müssen kleine Degus bei der Mama bleiben?
Degukids sollten nicht vor der 6. Woche von der Mutter getrennt werden. Bei kleinen Würfen (2 bis 3 Tiere) ist es eventuell möglich, sie schon etwas früher abzugeben (nie vor der 5. Woche!)- aber meistens ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen.

 


5. Sonstiges

5.1. Woran erkenne ich das Geschlecht meiner Degus?
Der Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und Afters ist beim weiblichen Degu gering, er beträgt nur wenige Millimeter. Zudem kann man beim Weibchen bei genaueren Hinsehen die Scheidenöffnung unter dem Harnröhrenzapfen querliegend erkennen. Beim Männchen dagegen liegt etwa ein Zentimeter dazwischen, die Haut dazwischen trägt eine Hautfalte in Längsrichtung. Fotos findet Ihr unter http://www.degus-online.de/gesch.htm

5.2 Brauchen meine Degus ein Laufrad?
siehe 1.7

5.4 Was sind blaue Degus? In welchen Farben gibt es sie noch?
Sogenannte blaue Degus haben einen hohen Grauanteil in ihrem Fell, ihnen fehlt der rötlich- braune Schimmer der Agouti-Farbe. Die Färbung kann verschieden stark ausgeprägt sein. Mehr über blaue Degus.

Gescheckte Degus sind seltener anzutreffen. Bilder könnt Ihr hier finden. Zudem treten sporadisch ganz weiße Tiere auf, wie sie in jeder Tierart mehr oder weniger häufig vorkommen. Solche Tiere hätten in freier Wildbahn wenig Überlebenschancen, da sie für ihre Fressfeinde ein „leuchtendes“ Ziel abgeben. Auch schwarze Tiere soll es geben, wobei wir bisher noch nie ein überzeugendes Foto o.ä. finden konnten.

Wir wären froh, wenn sich eine Zucht in solche Richtungen bei uns nicht durchsetzen könnten, doch ist dafür das Interesse leider zu groß. Solche Zuchten sind häufig mit Inzucht verbunden und bisher ist uns niemand bekannt, der sich mit Genetik bei Degus auskennt bzw. überhaupt ausreichend befasst. 

5.5 Meine Degus haben keine Kloecke, sondern pinkeln überall hin. Was kann ich tun?
Degus sind Reviertiere. Sie markieren ihr Revier mit Kot und Urin und orientieren sich dann an den Duftspuren. Man wird kaum verhindern können, dass Degus ihren ganzen Käfig als Toilette benutzen, das ist nun mal ihr natürliches Verhalten. Übrigens markieren sowohl Weibchen als auch Männchen.

Manche Tiere lassen sich an eine Toilettenecke (Tonuntersetzer mit Sand gefüllt- kein Katzenstreu verwenden!!) gewöhnen, einen Versuch ist es wert. Ansonsten hilft es, Zeitungspapier auf die bevorzugten Pinkelstellen im Käfig zu leben, um Etagenbretter vor dem Urin zu schützen.

5.6 Sind Degus für Kinder geeignet?

Zum Thema Kinder und Degus gibt es hier mehr Infos für Eltern und Sprösslinge: http://www.degus-online.de/kinder.htm